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Senior Online Redakteure
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Ideen und Ziele

Hintergrund des Projektes "Senior Online Redaktion" ist die Idee, Erstellung und redaktioneller Betreuung des "Lerncafe" (Online-journal für witerbildungsinteressierte ältere Erwachsene) zunehmend in die Hände der SeniorInnen selbst zu legen. Dies soll durch Initiierung, Qualifizierung und Begleitung einer Redaktion aus freiwillig tätigen älteren Menschen geschehen. Auf diese Weise soll auch ein neues, nachberufliches Lern- und Tätigkeitsfeld für ältere Menschen modellhaft entwickelt werden (Tätigkeit als freiwillige Online-Redakteurin / freiwilliger Online-Redakteur). Das "LernCafe" selbst kann so zu einem Instrument für selbstorganisiertes Lernen entwickelt werden. Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft usw. sollen den Austausch fördern und ein Interesse an solchen Themen wecken. Die Mitglieder der geplanten SeniorInnen-Redaktion sollen aus verschiedenen Orten in Deutschland kommen und sich an inhaltlicher und/oder technischer Gestaltung des Online-Journals beteiligen.

Das Modell "ehrenamtliche Online-Redaktion" soll als Handlungsfeld für selbstgesteuertes und produktives Lernen in die allgemeine Weiterbildung eingeführt werden. Es soll in beispielhafter Weise aufzeigen, wie ältere Menschen im Rahmen eines solchen Modells einen kreativ-gestaltenden Umgang mit den neuen Kommunikationstechniken erlernen und zur aktiven Partizipation an gesellschaftlichen Dialogen nutzen können. Da das Modell in Erweiterung des Online-Journals "LernCafe" entwickelt werden soll, dient es zugleich den Zielen dieses Journals. Dazu gehört zum einen die publizistische Förderung innovativer Angebote im Bereich der allgemeinen Weiterbildung, insbesondere auch webbasierter Weiterbildungsangebote, die für die Zielgruppe relevant. Zum anderen als Schwerpunkt die Unterstützung von Modellen selbstorganisierten, kompetenzentwickelnden Lernens sowie des Einsatzes neuer Medien in der allgemeinen Weiterbildung.

Warum eine Zeitschriftenredaktion älterer Menschen?

In Deutschland gibt es seit Anfang der 80er Jahre zahlreiche kommunal geförderte Seniorenzeitschriften, die - insbesondere in Nordrhein-Westfalen - häufig von freiwilligen SeniorInnen-Redaktionen erstellt wurden. Eine Untersuchung (C. Carls. Zum Leistungspotential von Zeitschriften für Ältere im Bereich der Altenhilfe. Magisterarbeit. Bochum, 1990) ergab, daß die befragten "SeniorInnen-Redaktionen" eine "wichtige Aufgabe der erstellten Zeitschriften darin (sahen), das Interesse älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben im kommunalen Bereich zu wecken oder zu stärken und Anstöße zu kreativen Eigenaktivitäten zu vermitteln". Weiterhin deutlich wurde das Interesse an einem Rahmen für eigene Weiterbildung und Kreativität: "Das Leistungspotential von Seniorenzeitschriften ist nicht auf den potentiellen Nutzen für ältere Rezipienten beschränkt. Seniorenzeitschriften, die nach dem "von-für" - Modell eingerichtet sind (also von "Senioren" geschrieben werden) stellen gleichzeitig ein interessantes Angebot für Ältere dar, die nach einer Möglichkeit suchen, zur Bereicherung ihres "Ruhestands" zusammen mit anderen Menschen eine schöpferische Tätigkeit auszuüben. Dieser Aspekt hat sich in den geführten Gesprächen als wichtiges "inneres Leistungspotential" von Seniorenzeitschriften erwiesen. ... Entsprechend positiv wurde von vielen der mit der Mitarbeit im Redaktionsteam einhergehende Zuwachs an Kompetenz und Selbstvertrauen erlebt. ... Es ist offensichtlich, daß die Mitarbeit an einem solchen Projekt und der dabei erworbene Kompetenzzuwachs erhebliche Auswirkungen auch auf andere Lebensbereiche haben kann" (S. 114f). Eine neuere Untersuchung zu Seniorenzeitschriften, die zum Teil ebenfalls unter Beteiligung freiwilliger Älterer erstellt wurden, fand für diesen Motivationshintergrund zahlreiche weitere Beispiele (KDA (Hg.): Zeitschriften und Zeitungen für Senioren. Macher - Themen - Ansprueche. Eine Bestandsaufnahme von über 80 Titeln, 1997; vgl. auch: Zaiser, Birgit: Seniorenzeitschriften in der Bundesrepublik Deutschland. In: Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hg.): Alte unter Druck. Köln 1992). Aus den Untersuchungen läßt sich schließen, daß es ein größeres Potential an Älteren gibt, die zum Zwecke der eigenen Weiterbildung und zur Mitgestaltung gesellschaftlicher Entwicklungen an der Mitarbeit in Redaktionsgruppen interessiert sind, dafür aber auch Unterstützung und Begleitung brauchen.

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